Ein besonderer Geburtstag im Zeichen der Hilfe

Fotos: Kevin Rausse

Am 8. August fand in unserem Golfclub anlässlich eines runden Geburtstages ein Einladungsturnier statt. Ein privates Geburtstagsturnier allein wäre vielleicht noch kein Anlass für einen Blogbeitrag gewesen. Doch dieser Tag stand unter einem besonderen Motto: Golf spielen, Gemeinschaft erleben und dabei Gutes tun.

Das Geburtstagskind Bert Gimber – Name vom Autor geändert – wollte weder namentlich im Mittelpunkt stehen noch sein erreichtes Alter „an die große Glocke hängen“. Diesen ausdrücklichen Wunsch des Achtzigjährigen respektieren wir selbstverständlich ;-).

Eine Einladung mit persönlicher Note

44 Golferinnen und Golfer folgten der persönlichen Einladung, die ganz klassisch per Brief verschickt worden war. Jeder Gast wurde darin handschriftlich mit seinem Namen angesprochen.

Für die jüngeren Leserinnen und Leser sei dieses fast schon historische Verfahren kurz erklärt: Man beschreibt ein Stück Papier mit einem Stift, steckt es in einen Umschlag, versieht diesen mit Anschrift und Briefmarke und übergibt ihn der Post. Wenig später wird die Nachricht von einem Briefträger persönlich beim Empfänger eingeworfen.

Unser Mitglied Martin brachte es treffend auf den Punkt: Persönlicher und wertschätzender kann man eine Einladung kaum aussprechen.

Das Startgeld in Höhe von 15 Euro wurde vollständig für den guten Zweck gespendet. Bei bestem Wetter und hervorragenden Platzbedingungen stand einem gelungenen Golftag somit nichts mehr im Wege. Um 14 Uhr begann der Chapman-Vierer mit einem Kanonenstart.

Eine Feier voller Wertschätzung

Später kamen die Gäste in der Alten Feuerwache im Bagno zusammen. In einer emotionalen Rede erinnerte Bert an zahlreiche Menschen, die ihn zum Teil schon seit vielen Jahren begleiten.

Golf-Buddies, frühere Tennisfreunde, Golftrainer sowie Weggefährten aus dem privaten und beruflichen Umfeld wurden persönlich angesprochen. Selbst der Vorstand unseres Golfclubs fand herzliche Erwähnung. Warmherzig, humorvoll und stets respektvoll entstand eine Atmosphäre voller Verbundenheit und Dankbarkeit – die Alte Feuerwache schien für einen Moment in einer Wolke der Zuneigung zu versinken.

Doch hinter dem fröhlichen Geburtstagsturnier stand ein ernstes Anliegen.

Ein bewegender Überraschungsgast

Bereits bei der Begrüßung um 13 Uhr wurde Dr. Moses Mada Dimoh als Überraschungsgast per Videokonferenz zugeschaltet. Bert wusste nichts davon und war sichtlich bewegt.

Moses stammt aus Westafrika und konnte dank eines Stipendiums in London Medizin studieren. Später arbeitete er als Oberarzt in Langenhorst, wo er auch seine heutige Frau Annemarie kennenlernte. Anschließend ließ er sich mit einer eigenen Praxis in Coesfeld nieder und erwarb sich dort großes Ansehen.

In dieser Zeit kreuzten sich offenbar auch die Wege von Moses und Bert, der damals noch in Coesfeld Golf spielte. Aus der sportlichen Bekanntschaft entwickelte sich eine tiefe Freundschaft, die beide Männer bis heute verbindet.

Moses hat seine Herkunft nie vergessen. Einen bedeutenden Teil seines Lebens widmet er Kindern in Sierra Leone. Er versorgt sie mit dringend benötigten Dingen, schenkt Trost und ermöglicht medizinische Hilfe.

Hilfe für Kinder in Sierra Leone

Sierra Leone ist ein westafrikanisches Land, das von 1991 bis 2002 unter einem verheerenden Bürgerkrieg mit zehntausenden Todesopfern litt. Bei dem Konflikt spielten auch wirtschaftliche Interessen rund um die sogenannten Blutdiamanten eine wesentliche Rolle. Die Ebolafieber-Epidemie von 2014 bis 2016 verschärfte die humanitäre Notlage zusätzlich.

Bis heute zählt Sierra Leone zu den ärmsten Ländern der Welt. Im Index des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen gehört das Land zur Gruppe der Staaten mit geringer menschlicher Entwicklung.

Für Bert war deshalb klar: Hier muss geholfen werden. Er widmete sein Geburtstagsturnier dem von Moses betreuten Hilfsprojekt in Sierra Leone. Neben dem vollständig gespendeten Startgeld hatten die Gäste die Möglichkeit, weitere Beiträge zu leisten. Das gesammelte Geld kommt ohne Abzüge direkt bei Moses an und kann vor Ort viel bewirken.

Ein Tag, der über das Golfspiel hinausreicht

Wir können uns vermutlich kaum vorstellen, wie groß die Not vieler Menschen in Sierra Leone ist. Umso schöner ist die Idee, bei einer Geburtstagsfeier und einem wunderbaren Golftag auch an diejenigen zu denken, denen es nicht so gut geht.

So wurde aus einem privaten Einladungsturnier eine Veranstaltung, die weit über Sport und Geselligkeit hinausreichte. Sie verband einen besonderen Geburtstag mit Freundschaft, Dankbarkeit und gelebter Hilfsbereitschaft.

Lieber Bert, vielen Dank für diesen wundervollen Tag – und für eine Idee, die beispielgebend für weitere Veranstaltungen dieser Art sein kann.

Hier noch die tollen Bilder von Kevin: